Luftdichtigkeitsmessung (Blower Door)

Ein dichtes Haus hat viele Vorteile für den Bauherrn und die Bewohner.
Gründe für eine luftdichte Gebäudehülle:

  • Vermeiden von Bauschäden
  • Vermeiden von Zugluft
  • Vermeiden unnötiger Lüftungswärmeverluste
  • Verbesserter Schallschutz vor Außenlärm und zwischen verschiedenen Wohnungen
  • Höhere Luftqualität (z.B. durch luftdichte Abtrennung des Kellers)

Dicht bedeutet dabei, dass die gesamte Gebäudehülle so luftdicht ist wie eine gemauerte, verputzte Wand. Auch in einem dichten Haus dürfen Fenster wie gewohnt zum Lüften geöffnet werden.

Natürliche Atmung von Gebäuden?
Weit verbreitet ist der Glaube, ein Gebäude müsse Ritzen und Fugen haben, um „natürlich atmen zu können“. Doch ein solcher Luftwechsel erfolgt unkontrolliert, es gelangt zu viel oder zu wenig Frischluft ins Gebäudeinnere. Zudem mischen sich zur Raumluft Schadstoffe, Allergene und Staub aus der Dämmung. Gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge sein.

Fugen in der Gebäudehülle sind somit keine gute Lösung – im Gegenteil, sie hätten zusätzliche Bauschäden zur Folge:

schimmelbildung dachueberstand Luftdichtigkeitsmessung (Blower Door)

Feuchte Raumluft, die im Winter durch eine Undichtigkeit entweicht, kühlt im Bauteilinneren ab und kondensiert. Kondensat und Schimmel können auf diese Weise sowohl innerhalb des Bauteils als auch auf der Außenseite entstehen.

Besonders gefährdet sind große Einzellecks im Dachbereich, wo wegen des thermischen Auftriebs Undichtigkeiten besonders häufig von innen nach außen durchströmt werden.

> Erfahren Sie mehr über Wasserdampftransport im Dachbereich.

„Luftdicht“ bauen und kontrolliert Atmen!
Die Konsequenz muss also sein, dicht zu bauen und auf andere Weise für die Feuchtigkeitsabfuhr zu sorgen: durch Fensterlüftung oder eine Lüftungsanlage.

„Luftdicht“ bedeutet dabei nicht das totale luftdichte Verschließen, sondern meint die Vermeidung ungewollter Leckagen in der Gebäudehülle. Von einem luftdichten Gebäude spricht man, wenn die Luft im Gebäude unter Prüfbedingungen nicht häufiger als drei Mal pro Stunde ausgetauscht wird. Wird eine Lüftungsanlage im Haus installiert, darf der Luftwechsel gem. Energieeinsparverordnung (EnEV 2002, Anhang 4 Nr. 2) bei Prüfdruck max. 1,5 m³ pro Stunde betragen.

Typische Leckagen
Typische Leckagen treten überwiegend in folgenden Bereichen auf:

  • bei Verbindungen und Stößen von Bauteilen
  • bei Rohr- und Kabeldurchführungen durch die Luftdichtheitsschicht
  • Anschlüsse zum Boden bei Türen und bodentiefen Fenstern im ausgebauten Dachgeschoss
  • an Stoßstellen verschiedener Baumaterialien (z. B. Massiv-/Leichtbau)
  • bei Anbauten und Erkern
  • an Fenster- und Außentürleibungen
  • bei Dachflächenfenstern und Gauben
  • bei Bodenluken

Das Messprinzip
Die Dichtheit des Gebäudes stellt eine Qualitätsanforderung dar. Im Rahmen der Qualitätssicherung am Bau kann die Luftdichtigkeit durch eine Messung nachgewiesen werden. Für diese Messung wird ein Gebläse (Blowerdoor) luftdicht in eine Eingangs- oder Balkontür eingebaut, so daß im Gebäude eine Druckdifferenz zur Außenluft erzeugt werden kann. Je mehr Luft durch Lecks in das Gebäude eindringen kann, desto stärker muss das Gebläse arbeiten, um die Druckdifferenz aufrecht zu erhalten. So lässt sich die Qualität der Luftdichtheitsschicht sicher bestimmen.

> Ausführlichere Informationen zu dem Messprinzip finden Sie hier

Dauer einer Messung
Die Dauer einer Messung hängt stark davon ab, in welchem Umfang provisorische Abdichtungen vorgenommen werden müssen und inwieweit die einzelnen Leckageorte ermittelt und dokumentiert werden sollen. Der minimale Zeitaufwand für eine Messung ohne Gebäudepräparation liegt bei etwa 2 Std. Inklusive Lecksuche sollte für ein Einfamilienhaus etwa ein halber Tag einkalkuliert werden.

Wenn Sie zusätzliche Fragen zu diesem Thema haben, melden Sie sich einfach über das Kontaktformular oder telefonisch.

Quellen:
RWE Bauhandbuch 13. Ausgabe VWEW Energieverlag GmbH
K. Biasin, J. Zeller Luftdichtheit von Wohngebäuden VWEW Energieverlag GmbH


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